Mach Liebe mit deiner Angst – von der Angst vor Lust zur Lust auf Angst

Mach Liebe mit deiner Angst – von der Angst vor Lust zur Lust auf Angst

Lebendig soll die Beziehung sein, voller Prickeln und Spannung – oder auch nicht – mit Höhen und Tiefen, Nähe und Distanz! Doch wie finde ich so ein Gegenüber, dass was mit mir will? Und wie zeige ich meine sexuellen und emotionalen Bedürfnisse, ohne von meiner Angst überwältigt zu werden oder als Perverser zu gelten?

Im Netz findet man tausende Anmachsprüche, Tipps, Tricks und Strategien, um Frauen oder Männer anzusprechen, sie zu manipulieren und  kennenzulernen, um sie dann ins Bett verführen oder doch eher sie ins Bett zu „verwirren“.

Doch warum? Warum suchen wir nach magischen Tricks, Sprüchen und Knöpfen, die wir nur nach Schema F drücken müssen, damit alles „reibungslos“ funktioniert?

Ist es nicht ganz einfach, Lust und Interesse ehrlich, offenkundig und achtsam mitzuteilen und dann eine klare Einladung auszusprechen?

Wenn doch nur die Angst nicht wär!

Was braucht es hier, um wahrlich frei und authentisch zu sein … um verspielt, neugierig und voller Leichtigkeit kopfüber ins Leben zu springen, in jede menschliche Beziehung?

Hier ist eines der wichtigsten Hinweisschilder, die dir auf dem Weg garantiert begegnen werden. Wie du sie deutest und wohin sie dich führen, liegt ganz bei dir.

Angst zu leben

Was tun wir nicht alles, um Angst zu vermeiden.

„Ohh Mann ist sie attraktiv! Ich würde sie zu gern kennenlernen. Aber sie hat sicher einen Freund, oder ist gerade nicht in Stimmung und außerdem bin ich selbst total kacke drauf und schau heute eh madig aus! Ich seh sie bestimmt wieder und dann…!“

Kennst du das?

Und dann bist du abends Zuhause und beißt dir in den Arsch. „Ach hätte ich doch nur!“

Was suchen wir in all den Tricks, Techniken und Ratgebern, die uns helfen sollen, ein „besseres“ Leben zu führen?

Bei den meisten von uns ist es der Wunsch nach Sicherheit… damit wir gewappnet sind für alles, was uns begegnen könnte.

Wenn es mit den Tipps nicht so gut läuft, dann suchen wir eben weiter. Schließlich gibt es Millionen von Methoden und Ratgebern auf dem Markt. Irgendwas wird schon irgendwann klappen. Oder es liegt eben an uns und wir sind lernresistent und checken es einfach nicht. 😀

Und wenn’s „gut“ läuft, sind wir erfolgreich mit Sprüchen und Methoden gewappnet oder mit Räucherstäbchen und Mantren ausgerüstet. So kann nichts mehr schiefgehen!

Doch leider schneiden wir uns damit nur vom Leben ab, denn wir haben gelernt, unsere Ängste und wunden Punkte – und somit unser Potenzial – „elegant“ zu umschiffen, anstatt sie wirklich in der Tiefe zu konfrontieren und zu integrieren. (Kann man Ängste und wunde Punkte konfrontieren? Kann man nicht nur sich selbst mit etwas konfrontieren?)

Anstatt wahrhaftig frei zu sein und aus unserem selbsterschaffenen Gefängnis, bestehend aus Angst und Zweifel, auszubrechen, haben wir nur unsere Zelle  von innen bunt gestrichen.

Hier müssen wir unsere Schein-Sicherheit ständig beschützen, was ein Widerspruch ist. Dabei versuchen  wir, laufend die abgespeicherten Überlebens-Strategien und Kontrollmechanismen unseres Verstandes aufrechtzuerhalten.

Wir haben es uns sicher und bequem gemacht, anstatt alles zu riskieren und frei zu sein!

Alles zu riskieren? Der spinnt doch!

Doch halt! Was meine ich genau damit, wenn ich sage, dass es darum geht, alles zu riskieren, dich in Gefahr zu begeben und dich berühren zu lassen?

Berührung als Tor zur Freiheit und Leichtigkeit

Wenn du wirklich lieben und Liebe empfangen willst, musst du bereit sein, deinen Kokon abzustreifen und dein Herz darunter wieder zu fühlen.

Um wirklich berührbar zu sein, musst du alles verlieren.

Alles verlieren heißt alles gewinnen!

Wenn du jemandem dein Interesse und deine Lust zeigst, zeigst du damit auch gleichzeitig deine Bedürfnisse und deine Verletzlichkeit.

Weil viele von uns diese Verletzlichkeit nicht spüren wollen, greifen sie zu Tricks und Techniken, um dieses unbekannte Gefühl zu vermeiden und zu kontrollieren.

Doch genau darum geht es doch, um Prickeln und Spannung… darum, dass du dich ins Ungewisse begibst und nicht weißt, was geschehen wird… dass du dich befreist von Erwartungen und Zielen und dich auf das einlässt, was unmittelbar hier und jetzt geschieht – auch wenn es Unsicherheit, Angst oder Spannung ist.

Lässt du es zu, kann dieser Moment zu einem magischen Tor in die Unendlichkeit werden. Du kannst dich nur über die Kraft und Lebendigkeit wundern, die es in dir freisetzen kann, wenn du dich den bisher unbekannten bzw. ungeliebten Gefühlen in dir zuwendest, sie zulässt und auskostest.

An dieser Stelle möchte ich dir eine konkrete Anleitung geben, wie du die Angst neu erfahren kannst, ja sogar mit ihr Spaß und Lust haben kannst, anstatt dich von ihr lähmen und beherrschen zu lassen.

Also lass uns mit der Angst Liebe machen!

Liebe machen mit der Angst

Mal ehrlich: fällt es dir schwer, dein Lieblingsessen oder deinen Lieblingsmensch zu vernaschen? Nein! Du kostest es mit allen Sinnen aus. (Solange dein Verstand nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommt.) 🙂

Stell dir vor, du hast deinen Lieblingskuchen vor dir… (oder Du schreibst: ein Stück deines Lieblingskuchens, dann funktioniert es mit es, so wie Du es geschrieben hattest, fänd ich besser.

Zuerst siehst du ihn vor dir und du nimmst ihn in die Hand. Du fühlst die Konsistenz und Beschaffenheit mit deinen Fingerspitzen … dann führst du es zur Nase, schließt die Augen und atmest tief ein, um den leckeren Duft in dich aufzusagen. Anschließend führst du ihn genüsslich zu deinen Lippen, streckst neugierig die Zunge aus und kannst es kaum erwarten, bis sich der Geschmack auf deinem Gaumen entfaltet. Dabei hörst du dein Kauen und Schmatzen und tönst ein tiefes und zufriedenes „mmmmhhhhhh“.

Ist das nicht schön?

Doch was hat der Genuss von deinem Lieblingskuchen mit Lust und mit deiner Angst zu tun?

Lass es mich  dir anhand einer alltagsnahen Situation erklären. (Du kannst die Umgebung und das Szenario natürlich  beliebig an dein Leben anpassen.)

Beispielsweise bist du in einer Situation, in der du Interesse und Lust für eine Frau verspürst. Anstatt nun in Automatismen zu verfallen, halte kurz inne, lausche nach innen in deinen Körper und fühle was da geschieht.

Vielleicht bist du neugierig, vielleicht bist du aber auch aufgeregt oder dir wird ganz warm, dein Herz beginnt zu pochen und du kannst überhaupt nicht mehr klar denken, geschweige denn ein Wort raus bringen… Wunderbar!

Anstatt es zu verurteilen, nimm zuerst den Druck raus. Es muss überhaupt nichts geschehen!

Diesmal kannst du dir erlauben, das Gefühl für wenigstens ein einziges Mal in seiner Gänze und Tiefe auszukosten und danach zu schauen, was es in dir macht.

Lehne dich zurück, atme und spüre die Spannung und Lebendigkeit in dir. Du magst es Angst nennen, aber es ist nichts anderes als das pure Leben, das  durch dich stattfindet.

Das Leben will gefühlt und erlebt werden, also lass dich drauf ein, anstatt im Kampf und Widerstand zu sein …

Das ist, wo du im Moment stehst und es ist vollkommen in Ordnung. Darin ist überhaupt kein Problem, außer du machst eins draus.

Nun kannst schauen, was passiert, wenn du in das Gefühl eintauchst und du vielleicht Unsicherheit und Lust spürst oder Angst und Kribbeln.

An dieser Stelle kannst du dich Folgendes fragen und ausprobieren:

„Was geschieht, wenn ich mich  meiner gesamten Lust, der Angst und Spannung in mir zuwende…

Wenn ich mich nicht einfach durchbeiße und es schnell fühle, um die Übung gemacht zu haben, sondern es so richtig genieße?

Was passiert, wenn ich diesmal anstatt mich zu verschließen und zu erstarren, mich  hinein entspanne und mir erlaube, im unbekannten Gefühl weich, offen und weit zu werden… den Körper zu entspannen und in das Gefühl hineinzuatmen…. ganz offen, neugierig und unvoreingenommen.

Was ist, wenn ich das Gefühl anstatt es negativ zu bewerten, diesmal bewusst als Lebendigkeit, Neugierde, Lust, Vor-Freude, Spannung oder Anziehung benenne?“

Stell dir vor, du hast so richtig Lust auf das Gefühl und du willst mehr davon… (Und tatsächlich hast du un-bewusst Lust auf das Gefühl, sonst wäre es nicht da)

Also lade es ein, zu kommen und vergiss dabei nicht, zu atmen und  in deinen Körper hinein zu entspannen. Gib dem Gefühl reichlich Raum und Zeit sich zu zeigen, sich auszudehnen, zu entfalten und wieder zu verpuffen.

Probier es aus und beobachte, was dann mit dir geschieht.

Dich dem was ist, und wenn es Angst und Unsicherheit sind, mit einer so totalen Neugier und Präsenz hinzugeben, wird dir eine ganz andere Ausstrahlung verleihen, als wenn du versuchst, es unbeholfen wegzudrücken und verkrampft „cool“ zu sein.

Denk dran:

Wenn du aufhörst zu widerstehen, wirst du unwiderstehlich!

Also hör auf, deinen Gefühlen zu widerstehen, und schau, wo sie dich hinbringen. Und lass mich von deinen Erfahrungen hören. Ich bin gespannt!

Alles Liebe und bis Bald!

Dara

 

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