Was die Schule vergessen hat uns zu lehren und wie alle Beteiligten darunter leiden

Schule des Lebens

Die Schule lehrt uns Wissen und vermittelt Information – sie macht aus uns „gebildete“ Menschen. Doch wenn wir die Schule verlassen, stellt sich die Frage, woraus wir dann wirklich „gebildet“ sind? Wie sehr hat uns die Schule wirklich aufs Leben vorbereitet? Welche inneren Qualitäten und Werte haben wir mitgenommen? Was wurde uns beigebracht und erzählt, über das wer und was wir sind? Und was haben wir wirklich über Beziehungen, über die Liebe, über das Leben und über den Tod gelernt? Was macht uns wirklich aus? Anstatt in der Schule des Lebens, finden sich Kinder in einer Trainingsstätte wieder, in der sie gedrillt und entmutigt werden.

Schule des Lebens oder Dressur?

Kampf und Leistungsdenken prägen viele Ebenen des heutigen Schulsystems. Ist ein Schüler „gefügig“ und bringt die „von außen erwarteten“ Leistungen, so wird er gelobt und belohnt. Ist er unruhig und lebendig und hat seinen „eigenen Kopf“, folgen daraus strenge Blicke und Erziehungsmaßnahmen, die alles wieder in die „richtigen“ Bahnen führen sollen.

Nach dem Motto: „Nur der Stärkere siegt“, wird ein künstlicher Mangel kreiert. Hier werden Schüler mit unterschiedlichsten Anlagen, Potentialen, Stärken und Schwächen über einen Kamm geschert. Ihre Leistung und ihr „Wert“, wird an genormten Aufgaben gemessen, die alle gleichermaßen zu bestehen haben.

Dabei werden Schüler auf Objekte reduziert, die zu funktionieren haben, denn ab nun zählt, was sie leisten und nicht mehr, was sie sind. Es zählen nur noch Ergebnisse und nicht mehr, wie es ihnen geht, was sie fühlen und wie sie die Welt sehen. Dies hat gravierende Folgen.

Was die Schule unbewusst vermittelt

Unser Bildungssystem

Wenn ein Kind kritisiert wird, lernt es, zu verurteilen.
Wenn ein Kind angefeindet wird, lernt es, zu kämpfen.
Wenn ein Kind verspottet wird, lernt es, schüchtern zu sein.
Wenn ein Kind beschämt wird, lernt es, sich schuldig zu fühlen.
Wenn ein Kind verstanden und toleriert wird, lernt es, geduldig zu sein.
Wenn ein Kind ermutigt wird, lernt es, sich selbst zu vertrauen.
Wenn ein Kind gelobt wird, lernt es, sich selbst zu schätzen.
Wenn ein Kind gerecht behandelt wird, lernt es, gerecht zu sein.
Wenn ein Kind geborgen lebt, lernt es, zu vertrauen.
Wenn ein Kind anerkannt wird, lernt es, sich selbst zu mögen.
Wenn ein Kind in Freundschaft angenommen wird,
lernt es, in der Welt Liebe zu finden.
(aus Tibet)

Kinder verlieren hier in diesem System den Bezug zu sich selbst. Sie verlieren den Bezug zu ihrem Körper und zu ihren eigenen Gedanken und Gefühlen. Was gelehrt wird, ist Unterwerfung und Folgsamkeit. Es wird gelehrt, dass es nicht genug für alle gibt. Und es wird gelehrt, dass es einen Wert hat, sich um den kleinen Kuchen zu schlagen, anstatt Offenheit und Kreativität zu fördern, woraus neue Wege und Lösungen entstehen können. Die „Unschuld“ und Natürlichkeit wird ihnen genommen.

Dieser künstliche Druck und Mangel, der erschaffen wird, erzeugt Spaltung und Trennung auf vielen Ebenen. Denn wo Liebe, Sicherheit, Geborgenheit und die Anerkennung, für das was man ist, zu seltenen Gütern werden, für die es zu kämpfen gilt, wird die Schule zu einem Schlachtfeld.

Das klingt übertrieben?

Wo es primär um Ziele, Leistung und Durchsetzung geht, ist jeder Mitschüler eine Konkurrenz. Hier kämpfen Schüler gegen Schüler, Schüler gegen Lehrer, Lehrer gegen Eltern und oft und leider auch Eltern gegen Schüler.

Hier wird ein Gegeneinander anstatt ein Miteinander genährt, obwohl alle im selben Boot sitzen.

Kinder haben die wenigste Macht und sind diesem System ausgeliefert.

Viele Lehrer sind ausgebrannt, überfordert und müde. Sie haben eine gute Absicht und beginnen ihre Laufbahn mit guten Vorsätzen und einer ehrenwerten Haltung. Wie ich es in der Praxis beobachte, knallen sie leider aber auf den Boden, wenn sie den Spagat zwischen dem verallgemeinerten Lehrplan, den Bedürfnissen der Schüler und den Wünschen und Anforderungen der Eltern schaffen müssen. Das Schulsystem bietet ihnen kaum Freiraum, um auf individuelle Bedürfnisse der Schüler einzugehen und zu entfalten, was in Ihnen steckt. Ihr Vertrauen und ihre Gefühle sowie die Potentiale und Gaben werden vom Leistungsdruck verschüttet.

Der Druck zwingt oft die Lehrer dazu, die undankbare Rolle des „Paukers“ zu spielen und alle durchs Schuljahr zu schleifen. Um die wesentlichen Dinge zu vermitteln, welche die Kinder zu verantwortungsvollen, nachsichtigen und liebevollen Erwachsenen reifen lässt, bleibt kaum Zeit und Raum.

Unbewusst lernen die Schüler, dass es darum geht, sich durchs Leben zu boxen und sich um die kleine Ego-Welt zu kümmern, anstatt ein größeres Bewusstsein zu entwickeln, in dem es Platz für das Wohlsein aller Beteiligen gibt. Hier wird der Gedanke des „Überlebens“ gepflanzt, anstatt der Samen des Lebens, welches sie blühen und gedeihen lässt.

Die eigene Existenz sowie Liebe und Sicherheit müssen sich verdient und erarbeitet werden. Wie sicher ist diese Sicherheit und wie bedingungslos ist diese Liebe wirklich?

Wirkungen des schulischen Bewusstseins in Politik und Wirtschaft

Dieses Bewusstsein zeigt sich nachher in der Wirtschaft durch Konkurrenz und ein Gegeneinander. In der Landwirtschaft zeigt sich dies durch Ausbeutung der Natur. Wer Macht hat, hat das Sagen. Wer stärker ist, bestimmt wo es lang geht. Warum sich also längerfristig über die Welt Gedanken machen, wenn mein Leben und mein Raum gesichert sind? Warum sich um die Gefühle anderer Gedanken machen, wenn ich Macht und Sicherheit habe? Der Blick und das Bewusstsein für die Kosten und globalen Folgen geraten in den Hintergrund.

In der Politik drückt sich dies aus, indem Macht in die Hände vieler gerät, die nicht das Interesse des Ganzen wirklich vertreten.

Ein König ist der größte Diener des Volkes.

Was heißt: „Ein König ist der größte Diener des Volkes.“?
Das bedeutet, dass dem Fähigsten, dem mit der größten Weisheit und Liebe und besten Führungsqualität, die Macht zugesprochen wird und nicht dem, der am lautesten schreit und die beste Werbung macht – der die besten „Ver-Sprechen“ macht und sich am besten und schönsten präsentiert.

Das Maß an Wahrheit und Ehrlichkeit

Das Maß an Weisheit und Liebe lässt sich durch Feingefühl und Aufmerksamkeit sowie durch ehrliches und wertfreies Hinschauen erkennen.

Beobachte im Großen wie im Kleinen … in deiner Umgebung bei Politikern, Mitarbeitern, Freunden und Familie, was sie sagen, was sie denken, was sie fühlen und was sie nach außen von sich zeigen und geben. Und vergleiche all dies mit dem, was sie wirklich leben. Beobachte mit welcher Haltung sie durchs Leben gehen. Schau zu wie sie mit Menschen die „weniger“ Macht, Ansehen, Geld und Möglichkeiten haben umgehen. Und wie sie sich in Gegenwart von Menschen verhalten, die „mehr“ davon zu haben scheinen.

Prüfe dabei, was du in ihrer Gegenwart fühlst … lausche ihren Worten, aber gib dem nicht deine volle Aufmerksamkeit. Verlagere deine Aufmerksamkeit und dein Bewusstsein auf ihre Energie, auf das, was sie ausstrahlen.

Deine Sinne können dich täuschen. Mit Worten und gekünstelter Körpersprache kann man von Manchem ablenken, doch das Wesentliche bleibt stets sichtbar. Lügen muss man mit viel Show und Anstrengung aufrecht erhalten … die Wahrheit braucht keine Stützen und keine Schminke – sie steht nackt und schonungslos für sich.

Wenn du genau hinschaust, ist es untrüglich. Du siehst durch dein Gegenüber hindurch und erkennst, wer er wirklich ist. Um den Schleier der Gedanken, der Gefühle und des Körpers erkennst du ihr Bewusstsein und wer sie wirklich sind.

Am Maße von Wahrheit, Liebe und Integrität kannst du deine Lehrer, Ratgeber und Führungspersonen wählen.

Und wo ist die Lösung?

Doch du kannst immer nur so viel im Außen sehen und erkennen, wie du bereit bist, in dir selbst zu sehen. Somit beginnt Wahrhaftigkeit und Integrität immer und ausschließlich bei dir selbst. Die Erkenntnis des Lebens führt über den direktesten und unmittelbarsten Weg durch dich hindurch über Selbsterkenntnis.

Nicht im Außen beginnt Veränderung, sondern in dir!

Ich behaupte nicht, dass jegliche Schuld beim Schulsystem liegt und dort die Lösungen für alle Probleme begraben sind. Aber durch ein Umdenken kann hier nachhaltig ein Fundament entstehen, auf dem neue Wege und Lösungen für individuelle und kollektive Krisen und Herausforderungen gefunden werden. An dieser Schnittstelle kann ein neues Bewusstsein entstehen.

Im Außen in Aktivismus zu verfallen, das Schulsystem zu verteufeln und es von heute auf morgen umzukrempeln ist nicht die Lösung. Was es braucht, ist ein Umdenken und Bewusst-Sein auf verschiedenen Ebenen.

Konkrete Schritte und Bewegung im Außen geschehen daraus ganz automatisch – aus innerer Erkenntnis, Antrieb und Begeisterung anstatt aus Angst, Mangel und Kompensation, welches das alte System noch mehr nähren würde.

Wirkliche, nachhaltige Veränderung, persönlich oder global, beginnt nie im Außen mit Regeln und Gesetzen, sondern immer und ausschließlich im Bewusstsein der Menschen. Das innere Feuer und Bewusstsein, können sich daraus wie ein Waldbrand ausbreiten und Menschen die bereit dafür sind, mit einer neuen Vision anstecken und begeistern.

Daher biete ich für Lehrkräfte und Menschen, die sich hier angesprochen fühlen, Einzel-Coachings sowie Gruppentrainings und Seminare.

Alles Liebe,

Dara

PS: Und wenn dir der Artikel gefällt, freue ich mich, wenn du ihn teilst und weit verbreitest. 🙂

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